Humor und Zen-Buddhismus

Hakuins Hämorrhoiden
Hakuins eigene Darstellung, wie er sich die Hämorrhoiden ausbrennen lässt.

Obwohl viele Zen-Anhänger (besonders im Westen) ziemlich ernst durch das Samsara schweben, ist es doch sehr einfach im Zen mit Humor unterwegs zu sein. Zum Beispiel kennen wir keinen Schöpfergott, keine heiligen Propheten oder eine heilige Schrift, die beleidigt werden könnten.

 

Hier einige Beispiele aus der Zen-Geschichte:

Schon dem Gründer des Chan, Bodhidharma, war nichts heilig. Auf die Frage nach dem Kern der buddhistischen Lehre, antwortete er dem chinesischen Kaiser: "Offene Weite, nichts Heiliges". Dass der Kaiser, der sich als Förderer des Buddhismus verstand, mit dieser Aussage nichts anfangen konnte ist bekannt.

Viele Anekdoten bzw. Koans zeugen vom oft rüde-herzhaften Humor der ersten Zen-Meister, mit dem sie ihre Anhänger zum Erwachen treiben wollten. 

Hanshan und Shide (jap. Kanzan und Jittoku), zwei Exzentriker aus der Tang Zeit (618-907), sind ein gutes Beispiel für die Umsetzung von Boddhidharmas Ausspruch.

Budai (布袋, jap. Hotei) soll im China des 10ten Jahrhunderts gelebt haben und ist bei uns eher als dicker Glücksgott bekannt. Er zog nach seinem Erwachen lachend, ohne sich an die Etikette eines Mönches zu halten durch die Gegend und spielte gerne mit Kindern.

Die Toba Sojo (鳥羽 僧正, 1053-1140) zugesprochene Bildrolle mit Tieren (鳥獣人物戯画) macht sich insbesondere lustig über buddhistische Mönche und gilt als das älteste Manga.

Der Zen-Meister Ikkyu Sojun (一休宗純1394-1481) gilt noch heute in Japan als "Idealbild" des exzentrischen, aber erwachten (!) Zen-Mönches (über ihn gibt es das sehr empfehlenswerte Manga von Hisashi Sakaguchi "Ikkyu" in vier Bänden, im Original あっかんべェ一休).

Hakuin Ekaku (白隠 慧鶴1686-1769), Rinzai-Zen Reformator der Edo-Zeit, kannte ebenfalls keine Tabus und machte sich auch über sich selbst lustig.

Zenmeister und Maler Sengai Gibon (仙厓 義梵1750-1837) war bekannt für seine humoristischen Tuschmalereien. Die bekannteste ist wohl der Frosch neben dem steht "würde man durch Zazen ein Buddha werden..." ( dann wäre ich schon lange einer).

Nicht zuletzt möchte ich die in Japan sehr populären, humorvollen Darstellungen von Jizo erwähnen.

 

Auch viele Zen-Lehrer und Lehrerinnen der Gegenwart zeichnen sich durch Humor und Bodenständigkeit in ihren Lehrreden aus. Etwas, was ich jedoch auch bei Theravada-Mönchen und tibetischen Lehrpersonen beobachten konnte.

 

Genteki

 

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